Vom Tartar auf dem roten Platz

«Bis näggscht Wuche bim Tartar!» Ein merkwürdiger Gruss hat sich eingebürgert unter Kleinbasler Handballern und Handballerinnen. Es ist der harte Kern der Mannschaft, die sich mal «Herren Drey» nannte, mittlerweile im Firmensport unterwegs ist – und nicht mehr nur Herren umfasst.

Das Tartar gibt’s auf dem Sportplatz der Novartis, gleich hinter der Grenze bei Campus. Dort wo der Rasen so perfekt ist, wie das nur die Basler Chemie hinkriegt, und die Infrastruktur so gut, wie das nur die Margen der Basler Chemie ermöglichen Dort gibt es eben auch dieses handgeschnittene Tartar, das den Handballern das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Und das quasi zu Kantinen-Preisen.

Natürlich wäre es zu einfach, alles nur auf das Fleisch (und die feinen Elsässer Biere) zurückzuführen. Nein, im Firmensport-Drey hat sich so langsam ein harter Kern von Spielern geformt, die ganz einfach Spass dabei haben, ab und zu zusammen auf dem Platz zu stehen. Man tritt an gegen Mannschaften, gegen die man «noch nie verloren» hat und auch nicht vorhat zu verlieren. Und wenn das dann doch mal passiert, gibt es ja immer noch Fleisch und Bier.

Aber das Zusammenspiel klappt immer besser. So wie bei den letzten beiden Spielen. Zuerst passabel ins Spiel starten und zur Halbzeit genau so weit zurück liegen, dass sich nicht Verzweiflung, sondern Motivation (noch etwas angeheizt von Toms Halbzeit-Ansprache) breit macht. Und dann nochmal einen Zacken zulegen und am Ende als Sieger vom Platz gehen. Das ist schon schön.

Schön ist auch die Stimmung in der Altherren-(und Damen)-Liga. Immer motiviert und technisch besser, als man das vielleicht von einer Firmensport-Liga erwarten würde, aber gleichzeitig meist fair und freundschaftlich. Da helfen auch mal zwei Kleinbasler nach dem eigenen Match noch bei «Josph» aus, wenn die mit zu wenig Spielern antreten. Oder man einigt sich auf einen kleinen Ball, wenn viele Frauen mitspielen. Seitenwechsel in der Pause? Nur wenn das unbedingt jemand wünscht.

Schade geht jetzt die Sommersaison zu Ende. Dann ist Schluss mit den Spielen auf dem roten Tartanplatz mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Elsass. Noch ein letzter Match steht an, bevor der «Kleinbasler» in den Druck geht. Ein Spiel, das verschoben wurde, weil die Wetterprognose mal nicht so gut war (nein, bei Regen spielen wir nicht. Wir sind doch keine Fussballer.).

Nur ein Gedanke plagt die Kleinbasler: Das spiel ist erst um acht. Hoffentlich ist danach der Koch noch nicht im Feierabend. Denn ein letztes Mal Tartar, das muss schon noch sein.